Nur wenige Wochen vor dem Start in die Pride-Saison sieht sich der Berliner CSD e. V. mit einem erheblichen finanziellen Rückschlag konfrontiert.
Aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten und gesellschaftspolitischer Entwicklungen haben mehrere – teils internationale – Sponsor:innen ihr Engagement reduziert oder ganz eingestellt. Dem Verein fehlen dadurch rund 200.000 Euro an fest eingeplanten Mitteln.
Trotz der angespannten Lage stellt der Berliner CSD e. V. klar: Der Berliner CSD 2025 wird stattfinden – kämpferisch, laut und sichtbar.
„Unsere Gegner:innen mögen hoffen, dass wir kleiner, leiser oder gar unsichtbar werden. Das Gegenteil wird passieren. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, Präsenz zu zeigen“
Marcel Voges, Vorstandsmitglied des CSD Berlin
betont Marcel Voges, Vorstandsmitglied des Vereins. „Deshalb wird es auch immer einen Berliner CSD geben.“
Dass sich Sponsor:innen ausgerechnet in einer Zeit zurückziehen, in der queere Rechte weltweit unter Druck geraten, sei ein alarmierendes Signal, so der Verein. Um die entstandene Finanzierungslücke zu schließen, hat der CSD e. V. heute eine Spendenkampagne gestartet. Ziel sei es, insbesondere jene Angebote aufrechtzuerhalten, die den politischen und inklusiven Kern des CSD ausmachen.
Marcel Voges sagte am Vormttag im Gespräch mit pure fm weiter:
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Berliner CSD fehlen 200.000 Euro für DemonstrationMarcel Voges vom CSD Berlin Vorstand im Gespräch mit pure fm
„Wir können den diesjährigen CSD noch irgendwie stemmen – aber auf Dauer wird das nicht reichen“
Thomas Hoffmann, ebenfalls im Vorstand des Berliner CSD
erklärt Thomas Hoffmann, ebenfalls im Vorstand. „Gerade Angebote für barrierearme Teilhabe, die Abschlusskundgebung und politische Kampagnen während des Pride Month stehen nun auf dem Spiel. Jede Spende hilft, diese wichtigen Elemente zu sichern.“
Das diesjährige Motto lautet „Nie wieder still“ – und gewinnt vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen besondere Relevanz.
Monique King, Beirätin für lesbische Sichtbarkeit, ergänzt:
„CSDs in Deutschland stehen für Vielfalt, Demokratie und Menschenrechte. An diesen Tagen kommen wir alle zusammen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Religion. Wenn diese Schutzräume in Gefahr geraten, geht uns das alle etwas an.“
Monique King, Beirätin für lesbische Sichtbarkeit beim Berliner CSD
Klares Zeichen für Vielfalt, Demokratie und Menschenrechte
Der Berliner Christopher Street Day (CSD) 2025 findet am Samstag, dem 26. Juli statt. Die Demonstration beginnt voraussichtlich um 12 Uhr mit einer Eröffnungszeremonie an der Leipziger Straße / Ecke Spittelmarkt. Von dort aus zieht der Umzug durch die Berliner Innenstadt bis zur Straße des 17. Juni, wo die Abschlusskundgebung stattfindet.
Das Motto in diesem Jahr ist: „Nie wieder still!“ und soll ein klares Zeichen für Vielfalt, Demokratie und Menschenrechte setzen.
CSD startet Spendenkampagne
Weitere Informationen zur Route, zum Programm und zur Spendenkampagne auf der offiziellen Website des Berliner CSD: csd-berlin.de.
Unter dem Motto „Free Görli – Rave against the Zaun“ rufen Kulturinitiativen und Anwohnende zu einer Veranstaltung auf, die eine Mischung aus Techno-Party und Demonstration darstellt.
Starte energiegeladen in den Tag – mit 106.8 pure fm – Der Morgen. Von Montag bis Sonntag wecken wir dich mit feinster elektronischer Musik, die dich sofort in Schwung bringt.