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Queerfeindliche Kommentare in der Elektroszene: DJ HOVR berichtet über Vorfall und Reaktionen im Netz

today14. April 2026 1549 113 5

Hintergrund
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Vorfall nach DJ-Set sorgt für Debatte über Queerfeindlichkeit und Codesprache im Netz

Der in Berlin lebende non-binäre DJ und Produzent HOVR hat in einem ausführlichen Statement auf Social Media über queerfeindliche Kommentare im Umfeld eines seiner jüngsten DJ-Sets berichtet. Der Vorfall habe sich nach der Veröffentlichung eines Videos eines Auftritts ereignet und in den vergangenen Tagen eine breite Diskussion in der elektronischen Musikszene ausgelöst.

HOVR schildert, dass unter dem Video mehrere queerfeindliche Kommentare aufgetaucht seien. Besonders ein Beitrag habe dabei hervorgestochen, in dem eine Person ihn aufforderte, „nach Dagestan zu kommen“. Dieser Begriff werde laut HOVR in bestimmten Online-Subkulturen der sogenannten „Manosphere“ als codierte Drohung bzw. abwertender Hinweis gegenüber queeren Personen verwendet. Die Situation für queere Menschen in der russischen Teilrepublik Dagestan ist extrem gefährlich und von systematischer Verfolgung geprägt. Berichten zufolge werden homosexuelle Männer verfolgt, misshandelt und gefoltert. 

Im Verlauf der Diskussion sei der Kommentar zunächst relativiert worden. Kritiker hätten später behauptet, es habe sich lediglich um einen „Witz“ gehandelt. Gleichzeitig berichtet HOVR von weiteren abwertenden Aussagen, darunter Kommentare über Geschlechtsidentität und äußeres Erscheinungsbild von Künstler:innen.

In seinem Statement betont HOVR die Bedeutung von Identität und Selbstbestimmung in der elektronischen Musikszene. Kleidung und Genderausdruck seien Teil persönlicher Identität, während Gender selbst ein gesellschaftliches Konstrukt sei. Zudem verweist er darauf, dass die elektronische Musik in ihrer Entwicklung stark von marginalisierten Communities geprägt wurde.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt zudem eine öffentliche Entschuldigung eines beteiligten Accounts, die laut HOVR wenig authentisch wirkte und möglicherweise automatisch erstellt worden sei. Auch interne Kommunikation habe den Eindruck erweckt, dass das Problem nicht vollständig verstanden worden sei.

Positiv hebt HOVR hingegen die schnelle Reaktion aus der Szene hervor. Das Label Stil vor Talent sowie der DJ und Produzent und Labelchef Oliver Koletzki hätten nach Bekanntwerden der Vorfälle offenbar Konsequenzen gezogen und Inhalte aus ihrem Umfeld entfernt.

Ist möglicherweise ein Bild von Text „Stil vor Talent has a zero tolerance policy for homophobia, transphobia, gender-based discrimination, and racism. We have removed the artist from our label effective immediately. This behavior is incompatible with our values. We stand with the LGBTQ+ community, always. music House was created by Black, queer, and marginalized communities. We owe everything to that legacy and will never allow anyone on Stil vor Talent to disrespect it.“

Stil vor Talent verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Homophobie, Transphobie, geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Rassismus. Wir haben den Künstler mit sofortiger Wirkung von unserem Label ausgeschlossen. Dieses Verhalten ist unvereinbar mit unseren Werten. Wir stehen uneingeschränkt an der Seite der LGBTQ+-Community. House-Musik wurde von Schwarzen, queeren und marginalisierten Gemeinschaften geschaffen. Wir verdanken diesem Erbe alles und werden niemals zulassen, dass jemand bei Stil vor Talent es missachtet.

Gleichzeitig übt HOVR deutliche Kritik an der grundsätzlichen Haltung hinter den Kommentaren. Queere Menschen hätten in der Musikszene keinen Platz – eine Aussage, die er entschieden zurückweist. Stattdessen plädiert er für mehr Aufklärung, Sensibilität und ein Bewusstsein für die historischen Wurzeln elektronischer Musik in marginalisierten Communities.

Der Fall reiht sich in eine wachsende Debatte über Diskriminierung, Codesprache und respektvollen Umgang in der internationalen Klub- und Produzentenszene ein. Für HOVR steht fest: Sichtbarkeit und Offenheit bleiben zentrale Werte der elektronischen Musik.

Geschrieben von: MK

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